Freitag, 16. Oktober 2026

Kreisliga A1 Ostwürttemberg: Zur Lage der Liga

 

Zwei Beobachter am Spielfeldrand. Der eine kennt die Tabelle, der andere vertraut seiner Nase.

Zur Lage der Liga

Von Herbstnebeln, Höhenluft und dünnem Eis

Der Oktober ist ins Land gezogen, und über den Spielfeldern Ostwürttembergs liegt jener eigentümliche Herbstzauber, bei dem die Fußballplätze morgens noch im Nebel verschwinden, während die Tabellen allmählich klarere Konturen annehmen. Die Blätter fallen von den Bäumen, die Temperaturen sinken, und mancher Trainer betrachtet seine Mannschaft inzwischen mit jener besorgten Miene, die andernorts dem Blick auf die Heizkostenabrechnung vorbehalten bleibt.

Elf Spieltage sind absolviert, und ganz oben hat sich der TV Straßdorf eingerichtet. Neun Siege und ein Unentschieden, 28 Punkte und gerade einmal sieben Gegentore – die Mannschaft von Denis Kreissl scheint derzeit wenig Neigung zu verspüren, ihre vornehme Unterkunft an der Tabellenspitze zu räumen. Zuletzt wurden auch die Heuchlinger mit 2:0 bezwungen, wenngleich die Tore erst nach dem Seitenwechsel fielen.

Dahinter herrscht allerdings reger Betrieb. Spraitbach, Böbingen und unsere Sportfreunde Lorch bilden eine Verfolgergruppe, die dem Tabellenführer gewiss nicht schon im Oktober den Meisterwimpel überreichen möchte. Besonders der FC Spraitbach hat sich mit acht Siegen aus zehn Begegnungen als ernsthafter Anwärter auf die vorderen Plätze empfohlen.

Am Sonntag kommt es dort zum Gipfeltreffen mit den Sportfreunden. Der Zweite empfängt den Vierten, und während die Spraitbacher auf dem eigenen Sportplatz noch ungeschlagen sind, haben die Lorcher auswärts bislang ebenfalls keine Niederlage hinnehmen müssen. Das klingt nach einer Begegnung, bei der beide Mannschaften gute Gründe besitzen, mit breiter Brust aufzulaufen.

Ein wenig weiter unten hat sich Stern Mögglingen nach dem 3:1 gegen Mutlangen auf den sechsten Platz vorgearbeitet. Der TV Herlikofen wiederum besiegte Schechingen mit 3:0 und darf sich nach einem wechselhaften Saisonbeginn wieder etwas zuversichtlicher zeigen.

Besonders bemerkenswert war der jüngste Auftritt des TSV Waldhausen. Mit einem 6:1 bei der SGM Alfdorf/Hintersteinenberg meldeten sich die Waldhäuser eindrucksvoll zu Wort. Für die Gastgeber hingegen wird die Luft am Tabellenende zunehmend dünn.

Dort unten ist freilich noch längst nichts entschieden. Hohenstadt/Untergröningen unterlag in Frickenhofen erst durch einen Kopfball von Colin Postic in der Nachspielzeit mit 0:1. Ein einziges Tor entschied über drei Punkte, die beiden Aufsteigern im weiteren Saisonverlauf noch sehr wertvoll werden könnten.

Überhaupt lohnt es sich, die untere Tabellenhälfte nicht vorschnell in Gute und Schlechte einzuteilen. Zwischen dem neunten Tabellenplatz und dem Relegationsrang liegen derzeit nur wenige Punkte. Ein gelungener Sonntag kann eine Mannschaft aus der unmittelbaren Gefahrenzone befördern, eine Niederlage sie wieder mitten hineinziehen.

Und so ist die Lage der Liga nach elf Spieltagen zwar etwas übersichtlicher geworden, aber keineswegs geklärt. Oben hat Straßdorf die beste Aussicht, dahinter wird eifrig an der Leiter gebaut. Unten sucht man nach festem Boden, und mittendrin hoffen einige Vereine, dass der Herbst mehr Ernte als Sturm bereithält.

Der Wetterbericht zum zwölften Spieltag


In Straßdorf herrscht weiterhin Hochdruck. Die Gäste aus Bettringen werden versuchen, das beständige Schönwettergebiet zu stören. Bislang hat sich jedoch noch keine Mannschaft gefunden, die den Tabellenführer wirklich aus der Ruhe bringen konnte.

An der Nahtstelle zur Frickenhofer Höhe kündigt sich ein kräftiges Aufeinandertreffen zweier warmer Offensivströmungen an. Spraitbach empfängt Lorch, und die bisherigen Torbilanzen lassen lebhaften Betrieb vor beiden Strafräumen erwarten. Vereinzelte Gewitter in der Schlussviertelstunde sind insbesondere bei Spraitbacher Beteiligung nicht auszuschließen.

In Böbingen könnte die Reise zum TSB Schwäbisch Gmünd Gelegenheit bieten, den Platz in der Spitzengruppe zu festigen. Die Gastgeber haben allerdings gerade sechs Tore in Lorch hinnehmen müssen und dürften auf Wiedergutmachung bedacht sein. Die Vorhersage bleibt wechselhaft.

In Großdeinbach treffen die Gastgeber auf den TV Herlikofen. Beide stehen mit 13 Punkten im Mittelfeld, wobei die Großdeinbacher zuletzt in Bettringen gewannen und die Herlikofener gegen Schechingen erfolgreich waren. Es dürfte sich zeigen, wessen Aufwind länger anhält.

In Schechingen erwartet man die SGM Alfdorf/Hintersteinenberg. Für beide Mannschaften wäre ein Erfolg ausgesprochen willkommen. Die Wetterlage ist angespannt, und die Gefahr weiterer Punktverluste keineswegs gebannt.

In Waldhausen gastiert Hohenstadt/Untergröningen. Die Gastgeber reisen mit dem Rückenwind ihres 6:1-Erfolges in die eigene Spielstätte zurück. Für die Gäste wird es darum gehen, nach der bitteren Niederlage in Frickenhofen wieder Zählbares einzufahren.

In Frickenhofen steht mit Stern Mögglingen ein Gegner vor der Tür, der zuletzt ebenfalls erfolgreich war. Ob der späte Siegtreffer gegen Hohenstadt/Untergröningen den Frickenhofenern zusätzlichen Auftrieb verleiht, bleibt abzuwarten.

In Waldstetten beginnt der Spieltag bereits am Freitagabend mit der Begegnung der TSGV-Reserve gegen den TV Heuchlingen. Für beide Mannschaften geht es darum, Abstand zur gefährdeten Tabellenregion zu gewinnen. Die Vorhersage hierzu bleibt bis zum Schlusspfiff unter Vorbehalt.

In Mutlangen herrscht dagegen absolute Windstille. Der TSV ist spielfrei und kann sich das Treiben der Konkurrenz in aller Ruhe betrachten. Ob das allerdings entspannender ist, als selbst auf dem Platz zu stehen, darf bezweifelt werden.

Und damit schließt der Chronist seinen Wetterbericht. Mögen die Plätze bespielbar, die Schiedsrichter wohlbehalten und die Zuschauer mit warmen Getränken versorgt sein. Denn eines ist im ostwürttembergischen Herbst so sicher wie das fallende Laub: Irgendwo wird am Sonntag wieder einer behaupten, er habe das Ergebnis schon vor dem Anpfiff gewusst.