Dienstag, 27. Oktober 2026

Der alternative Spielbericht: Sportfreunde Lorch – TSV Mutlangen 6:1 (3:0)

„We few, we happy few“
Schlammschlacht am Goldwasen

Azincourt, 611 Jahre später.  
Diesmal
ohne Langbogenschützen und Ritterrüstungen, dafür mit reichlich Regen und einem Lederball, der sich nicht immer standesgemäß benahm.


Ein philosophischer Spielbericht über Schlamm, Sportsgeist und die Frage, weshalb es beim Fußball manchmal um die Wurst geht. 

Es war der 25. Oktober im Jahre des Herrn Zweitausendsechsundzwanzig. Sankt Crispinian. Ein Datum, das dem gewöhnlichen Zeitgenossen wohl wenig sagt, es sei denn, er gehört zu den Verehrern eines gewissen William Shakespeare. In dessen Königsdrama „Henry V.“ hält Heinrich V. von England vor der Schlacht von Azincourt jene berühmte Rede, die mit den Worten „We few, we happy few, we band of brothers“ in die Literaturgeschichte eingegangen ist.

Am 25. Oktober 1415 standen sich bei Azincourt in Frankreich das englische Heer und eine zahlenmäßig überlegene französische Streitmacht gegenüber. Die vorausgegangenen Regenfälle hatten das Schlachtfeld in einen Morast verwandelt. Die schwer gepanzerten französischen Ritter versanken im Schlamm, während die englischen Langbogenschützen ihren Anteil an einem Sieg hatten, der bis heute zum historischen Gedächtnis der Insel gehört.

Nun will ich einen Fußballbericht nicht unbedingt mit einer Abhandlung über mittelalterliche Kriegführung beginnen. Und doch ...

611 Jahre später, am gleichen Kalendertag, bot der Goldwasen in Lorch ein Bild, das gewisse Ähnlichkeiten mit den überlieferten Zuständen bei Azincourt aufwies. Regen, heftiger Regen. Ein aufgeweichter Rasen, dessen grüne Farbe stellenweise bereits durch ein recht unansehnliches Braun ersetzt worden war. Wer an diesem Nachmittag das Spielfeld betrat, durfte sich glücklich schätzen, statt einer schweren Ritterrüstung lediglich Fußballstiefel und Trikot zu tragen.

Die Verantwortlichen der Sportfreunde hatten in weiser Voraussicht das Vorspiel der zweiten Mannschaft abgesetzt. Schon die Austragung des Hauptspiels gegen den TSV Mutlangen durfte als eine gewisse Herausforderung an Mensch, Material und Grasnarbe gelten.

Die Gäste aus Mutlangen erschienen selbstverständlich nicht als französisches Ritterheer und hatten auch nicht die Absicht, sich kampflos ihrem Schicksal zu ergeben. Allein, die Sportfreunde waren an diesem Nachmittag die bessere Mannschaft und wussten sich mit den widrigen Umständen zunehmend besser zu arrangieren.

Zunächst allerdings entwickelte der Ball ein bemerkenswertes Eigenleben. Ein gut gemeinter Pass blieb bisweilen auf halbem Wege im nassen Rasen stecken, als habe das Spielgerät beschlossen, über Sinn und Zweck seiner weiteren Fortbewegung zunächst nachdenken zu müssen. Andere Bälle glitten mit ungeahnter Geschwindigkeit davon. Die Gesetze der Physik schienen auf dem Goldwasen einer besonderen Auslegung zu unterliegen.

Als die Heimischen sich endlich mit ihrem widerspenstigen Untergrund verständigt hatten, ging es den Mutlangern an den Kragen. Silas Frank Podilczak eröffnete mit einem Fernschuss den Torreigen, Steffen Kreeb ließ einen feinen Heber folgen, und Paolo Gottheit sorgte noch vor der Pause für klare Verhältnisse. Nach dem Seitenwechsel reihten sich Paul Waibel, Luca Röhricht und Stefan Weida unter die Torschützen ein.

Dass zwischenzeitlich auch der Mutlanger Steinke einen Treffer erzielen durfte, war einem jener Ballverluste geschuldet, die man bei ordentlichen Bodenverhältnissen wohl vermieden hätte. Die heimische Grasnarbe hatte offenbar beschlossen, auch den Gästen eine kleine Freude zu bereiten.

Am Ende stand ein 6:1 auf der Anzeigetafel. Ohne Langbogenschützen, ohne Plattenrüstungen und – was ausdrücklich festgehalten werden soll – ohne dass sich die beiden Mannschaften in mittelalterlicher Manier an die Gurgel gegangen wären.

Im Gegenteil.

Bereits in der sechsten Minute hatte sich eine kleine Begebenheit zugetragen, die mir weit mehr im Gedächtnis geblieben ist als mancher Torschuss. Der Mutlanger David Niersberger erklärte dem Schiedsrichter von sich aus, dass er den Ball zuletzt berührt habe und den Lorchern deshalb ein Eckstoß zustehe. Die Sportfreunde bedankten sich für diese Ehrlichkeit, der Unparteiische belohnte sie mit einem anerkennenden Klopfen auf die Schulter.

Das war Sportsgeist in seiner schlichtesten und vielleicht schönsten Form.

Gewiss, man wird mit einer solchen Geste weder Torschützenkönig noch Tabellenführer. Auch dürfte sich einst bei Azincourt kein Ritter dadurch besondere Verdienste erworben haben, dass er dem Gegner freiwillig einen Vorteil zugestand. Aber wir befinden uns schließlich auf einem Fußballplatz, und dort sollte bei aller Begeisterung für den Sieg gelegentlich noch Platz für Anstand sein.

Überhaupt der Schiedsrichter.

79 Lenze zählte der Mann in Gelb, davon hatte er 44 Jahre mit der Pfeife verbracht. Ein halbes Menschenleben im Dienste jener merkwürdigen Tätigkeit, bei der man zweiundzwanzig Fußballern das Einhalten von Regeln nahebringen soll, während das Publikum naturgemäß dazu neigt, dieselben Regeln nach Vereinszugehörigkeit auszulegen.

Unser Unparteiischer gehörte offenbar noch jener Schule an, die ihre Autorität nicht in erster Linie aus der Brusttasche bezieht. Ein mahnendes Wort hier, eine deutliche Ansprache dort, und die Sache war zumeist erledigt. Erst als eine Aktion den Rahmen des verbal Schlichtbaren überschritt, kam auch der gelbe Karton zum Einsatz.

Bemerkenswert fand ich zudem, wie gut der Mann noch auf den Beinen war. Wer glaubte, ein beinahe Achtzigjähriger müsse dem Spielgeschehen zwangsläufig hinterherlaufen, sah sich eines Besseren belehrt. Unser Schiedsrichter war häufiger auf Ballhöhe als mancher jüngere Vertreter seiner Zunft.

Auch die Spieler begegneten ihm mit dem gebührenden Respekt. Niemand schien auf die Idee zu kommen, seine zurückhaltende Kartenvergabe als Einladung zu verstehen, die Grenzen des Erlaubten auszutesten.

Nach dem Schlusspfiff blieb er noch auf ein Getränk im Vereinsheim. Auch das ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr. Ein Mann der alten Schule also, im besten Sinne des Wortes.

44 Jahre mit der Pfeife, 79 Jahre Lebenserfahrung. 
Der Mann in Gelb bewies, dass Autorität auf dem Fußballplatz weder eine Frage des Geburtsjahres noch des Verbrauchs an gelben Karten sein muss.


 

Ein Rückpass zur Ominösen Datenbank

Die Ominöse Datenbank hatte an diesem Nachmittag wenig Anlass, sich über einen unberechenbaren Ausgang zu beklagen. Die Sportfreunde waren als Favorit angetreten und wurden dieser Rolle mit ihrem deutlichen Sieg gerecht.

Dass die sechs Lorcher Treffer auf ebenso viele Schultern verteilt wurden, verdient allerdings Erwähnung. Nicht ein einzelner Torjäger sorgte für das Ergebnis, sondern gleich ein halbes Dutzend Sportfreunde beteiligte sich an der Herstellung erfreulicher Zahlenverhältnisse.

Steffen Kreeb hielt dabei seinerseits an einer liebgewonnenen Gewohnheit fest. Bereits im zehnten Ligaspiel hintereinander trug er sich in die Torschützenliste ein. Diesmal sah es auch der Schiedsrichter so, weshalb die statistische Nachwelt nicht wieder zwischen verschiedenen Torschützen wählen muss. Nach den Irrungen und Wirrungen des Spraitbacher Nebels und den daraus folgenden statistischen Verwicklungen ein enormer Fortschritt.   
Auch dass unser Kapitän Manuel Nusser wieder mit an Bord war, freute mich in gleicher Weise, wie die beiden ersten Treffer von Stefan Weida und den unermüdlich rackernden Luca Röhricht.

Die Sportfreunde rückten mit dem Sieg auf den dritten Tabellenplatz vor. Für Mutlangen dagegen war es ein Nachmittag, an dem sich die Schwierigkeiten einer Mannschaft ziemlich schonungslos offenbarten.

Gästetrainer Ümit Tekir tat mir dabei beinahe leid. Wieder und wieder ermahnte er seine Spieler, den Lorchern doch nicht so großzügig Raum zur Entfaltung zu überlassen. Seine Worte fanden durchaus Gehör, allein die praktische Umsetzung wollte nicht recht gelingen.

Dabei ist die Kunst des Verteidigens eigentlich recht einfach beschrieben: Man sollte den Gegner möglichst daran hindern, ungestört dem eigenen Tor nahezukommen. Wie schwierig dieser scheinbar bescheidene Grundsatz auf einem morastigen Fußballplatz umzusetzen sein kann, wurde an diesem Sonntag mehrmals vorgeführt.

Die Ominöse Datenbank wird das Ergebnis gewissenhaft registrieren. Sechs Tore für Lorch, eines für Mutlangen. Drei Punkte für die Heimischen, keine für die Gäste.

Was sie nicht festhalten wird, ist das eigenwillige Verhalten des Balles, das aufspritzende Wasser bei einem Fernschuss oder die anerkennende Hand des Schiedsrichters auf Niersbergers Schulter.

Und damit kommen wir wieder zu einer alten Erkenntnis: Die Statistik weiß viel über den Fußball. Aber längst nicht alles, was ihn ausmacht.

Von Ritterheeren, Wasserwecken und Aalrauchmettwurst

Als sich der Nachmittag dem Ende zuneigte, sah der Goldwasen aus, als hätten tatsächlich einige schwer gepanzerte französische Ritter darauf ihre Pferde bewegt. Oder als habe die Bundeswehr ein größeres Manöver abgehalten und den Platz dabei irrtümlich für geeignetes Übungsgelände befunden.

Die Grasnarbe dürfte einige Zeit benötigen, um sich von diesem Besuch zu erholen.

Auch wirtschaftlich hatte der Regen seine Spuren hinterlassen. Der Zuschauerzuspruch blieb überschaubar, und nach dem Spiel liefen etliche Wasserwecken Gefahr, das Schicksal der sprichwörtlichen Brote von Vineta zu teilen.

Wir ließen uns den trockenen Wecken zum Schwabenpreis trotzdem genüsslich schmecken. Schließlich ist der Amateurfußball nicht nur eine sportliche, sondern gelegentlich auch eine kulinarische Einrichtung.

Und während draußen der Regen weiterhin den Goldwasen bearbeitete, kam im Vereinsheim eine norddeutsche Spezialität zu Ehren: eine Aalrauchmettwurst, die ich einem guten Sportfreund als kleine Anerkennung überlassen hatte und die nun großzügig unter den verbliebenen Gästen zur Verkostung gelangte.

Auch unser Trainer zeigte sich von dieser Köstlichkeit ausgesprochen angetan. Bei meiner nächsten Bestellung, ließ er wissen, wolle er sich gerne anschließen.

Ich sicherte ihm daraufhin eine ganze Wurst zu – als Aufstiegsprämie, versteht sich.

Und gab ihm noch einen Rat mit auf den Weg:

„Jetzt kannst du beim nächsten Interview endlich sagen, dass es bei deiner Karriere um die Wurst geht!“

Bei Azincourt versprach Heinrich V. seinen Gefährten unvergänglichen Ruhm. Auf dem Goldwasen blieb ich mit einer Aalrauchmettwurst als Siegesprämie entschieden zurückhaltender.

Shakespeare möge mir diese bescheidenere Auslegung seiner großen Rede verzeihen.

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Sonntag, 25.10.2026
Kreisliga A, 13. Spieltag 

Sportfreunde Lorch – TSV Mutlangen 6:1 (3:0)
 

Sportfreunde Lorch: Patrick Stähle, Manuel Nusser, Robin Bopp, Luca Röhricht, Adrian Schwarz (79. Luca Hudelmaier), Paolo Gottheit (60. Stefan Weida), Niklas Bopp (68. Marcel Lorenz), Paul Waibel (79. Dominik Stähle), Liam Eisele (68. Tom Heinrich), Silas Frank Podilczak, Steffen Kreeb - Trainer: Kevin Daboci - Co-Trainer: Heiko Heer

TSV Mutlangen: Finn Kürbel, Stefan Wagenblast, Fabian Nagel, Cihan Sönmez (76. Sean Herkommer), Finn Eisenmann, David Schwarz, Dominico Comite (46. Angelo Evangelista), David Niersberger (61. Robin Joos), Egzon Zejnulahi, Sebastian Steinke, Sinan Keskin - Trainer: Ümit Tekir

Schiedsrichter: Klaus-Dieter Gaarz (Schlierbach) - Zuschauer: 100

Tore: 1:0 Silas Frank Podilczak (25.), 2:0 Steffen Kreeb (31.), 3:0 Paolo Gottheit (37.), 4:0 Paul Waibel (49.), 4:1 Sebastian Steinke (58.), 5:1 Luca Röhricht (72.), 6:1 Stefan Weida (78.)

 

Der Link zum Spielbericht: Viel Matsch und noch mehr Tore – Sportfreunde siegen 6:1 

 

Donnerstag, 22. Oktober 2026

Der philosophische Spielbericht: FC Spraitbach – Sportfreunde Lorch 2:2 (2:1)

 

Vom Nebel, sterbenden Schwänen und der Unbestechlichkeit einer ominösen Datenbank

Als sich der Nebel über Spraitbach längst nicht mehr lichten wollte, erhellten sich wenigstens die Lorcher Gemüter. 
Adrian
Schwarz und Paul Waibel feiern das 2:2 in der Nachspielzeit.

Eine Auswärtswanderung stand an. Zum Tabellenzweiten nach Spraitbach sollte es gehen, mitten im tiefsten Herbst. Kalt, windig, mit gespenstigem Nebel und Wanderwegen, die eher an die verschlammten Schlachtfelder von Verdun als an einen gemütlichen Sonntagsspaziergang erinnerten. Edgar Allan Poe hätte seine Freude daran gehabt, nicht zuletzt wegen der zahlreichen Krähenvögel.

Rund 16 Kilometer waren veranschlagt. Das gelegentliche Verlaufen im Wald mit eingerechnet, sollte die Strecke von der Haustüre bis zur Spraitbacher Schillerstraße in dreieinhalb Stunden zu bewältigen sein.

Irgendwo vor Alfdorf, nahe der Abzweigung zum Struthof, lag am Ackerrand ein totes Reh. Es wirkte im wahrsten Sinne des Wortes angefressen. Ein Orakel? Vielleicht. Spraitbach gegen Lorch ist schließlich eine Begegnung, die im Fußballjargon gerne als „hitzig“ umschrieben wird. „Angefressen“ dürfte dabei gelegentlich auch den Gemütszustand einiger Beteiligter recht treffend beschreiben. Angeknabbert wie das arme Reh wurde bislang aber noch niemand.

Trotz teilweise erfolgreicher Versuche meines inneren Kompasses, mich auf völlig abstruse Waldwege zu führen, gelangte ich planmäßig an die Nahtstelle zur Frickenhofer Höhe. Schon von weitem, im finsteren Wald und nach Überqueren der Lein, trug der Wind die vertrauten Geräusche eines Fußballspiels an mein Ohr. Spieler, Schiedsrichter und Zuschauer des Vorspiels kündigten mir auf ihre Weise an, dass die Zivilisation nicht mehr fern sein konnte.

Ich kam mehr als zeitig an. Es reichte noch für einen Abstecher in das ehrenamtlich geführte Vereinsheim des Gastgebers, wo ich in behaglicher Wärme die Mannschaftsaufstellungen eintragen konnte.

Mit Luca Hudelmaier und Jörn Pfeifle waren zwei Spieler der zweiten Mannschaft in den Kader der Sportfreunde befördert worden, auch wenn beide später nicht zum Einsatz kamen. Trainer Kevin Daboci trug wieder das Trikot mit der Nummer 91 und stand sogar in der Anfangsformation, diesmal allerdings in der ungewohnten Rolle des Verteidigers.

Spraitbach im Nebel.

Wie soll man diesen Fußballnachmittag beschreiben? Zunächst einmal: kalt. Und noch nebeliger als unten im Remstal. Die katholische St.-Blasius-Kirche war von Nebelschwaden umzogen. Ob der heilige Blasius für den kalten Wind verantwortlich zeichnete, vermag ich nicht zu beurteilen. Jedenfalls nahm die sichtbare Luftfeuchtigkeit im Laufe des Nachmittags weiter zu.

Spraitbach im Nebel. Immerhin eine Erklärung dafür, weshalb gelegentlich weder Mitspieler noch Schiedsrichter noch das gegnerische Tor dort vermutet wurden, wo sie tatsächlich standen.

Fußballplätze sind bekanntlich natürliche Vogelschutzgebiete. Kiebitze am Spielfeldrand, Schwalben und sterbende Schwäne sind hier noch lange nicht vom Aussterben bedroht.

Ich will darüber gar nicht ins Gericht fallen. Es gehört schließlich zu den liebenswerten Eigenheiten des Fußballpublikums, dass dieselbe Handlung höchst unterschiedliche Bewertungen erfährt, je nachdem, welche Trikotfarbe der Handelnde trägt.

Fällt der eigene Spieler, ist er ein ausgebuffter Knabe, ein echtes Schlitzohr, ein cleverer Fußballer. Benimmt sich der Gegenspieler auf gleiche Weise, so haben wir es plötzlich mit einem unsportlichen Gesellen, einem Schauspieler oder gar einem Fall für die Sportgerichtsbarkeit zu tun.

Dennoch muss ich gestehen, dass mir eine Spraitbacher Darbietung aus dem reichhaltigen Repertoire des sterbenden Schwans etwas zu ausdrucksvoll erschien. Möchte ich einen solchen sehen, betrachte ich lieber Bridget Breiner oder Miriam Kacerova beim Stuttgarter Ballett. Dort erwartet man eine Sterbeszene, weiß, dass sie gespielt ist, und darf obendrein auf eine gewisse Grazie vertrauen.

Dass es auf dem Fußballplatz auch echte Schmerzen gibt, bewies kurz darauf Kevin Daboci. Sein Schrei nach einer unglücklichen Aktion ging durch Mark und Bein. Die Schulter war ausgekugelt, und zu allem Überfluss musste der Lorcher Spielertrainer sie sich auch noch selbst wieder einrenken. Für ihn war die Partie selbstverständlich beendet.

Wer hier Schauspielerei vermuten wollte, müsste schon eine recht abenteuerliche Vorstellung von der Einsatzbereitschaft eines Amateurfußballers besitzen.

Aber nun zum Spiel, das sich bei aller philosophischen Betrachtung nicht gänzlich verschweigen lässt.

Spraitbach erwies sich zunächst als die bessere Mannschaft. Die Gastgeber nutzten einen Lorcher Ballverlust zur Führung durch Alin Fuchs. Wie höflich unsere Hintermannschaft dabei das Spielgerät überließ, hätte beinahe einem gesellschaftlichen Empfang Ehre gemacht: „Oh, Verzeihung. Möchten Sie den Ball haben? Aber bitte doch! Gern geschehen.“

Nur zwei Minuten später zog Lukas Rein aus der Distanz ab und ließ Patrick Stähle keine Abwehrmöglichkeit. Ein bemerkenswerter Treffer des etatmäßigen Verteidigers, der damit erstmals in dieser Saison als Torschütze in Erscheinung trat. Ehre, wem Ehre gebührt, auch wenn er das falsche Trikot trägt.

Früh stand es 0:2. Doch die Sportfreunde waren nicht nach Spraitbach gekommen, um sich ohne Gegenleistung ihrer Punkte entledigen zu lassen. Noch vor dem Seitenwechsel gelang der Anschlusstreffer, und nach der Pause entwickelte sich zunehmend ein Spiel der Lorcher Gäste.

Freilich hätte Spraitbach in der 83. Minute den Deckel schließen können. Vincent Brenner startete rechts ein sehenswertes Solo, umkurvte unseren nicht gerade klein gewachsenen Torhüter und stand plötzlich vor dem verwaisten Gehäuse. „Katze“ Stähle hatte sich lang und länger gemacht, doch Brenner schien inzwischen auf Düsenantrieb umgeschaltet zu haben.

Dann aber fand er im leeren Tor seinen Endgegner.

Der Ball ging vorbei. Ein Bild des Jammers. Selbst im Lorcher Anhang überwog die Erleichterung gegenüber jeder Versuchung zur Schadenfreude. Vermutlich hatte Brenner im Nebel die Entfernung falsch eingeschätzt und bei der Berechnung seiner Flugbahn einen ungünstigen Winkel erwischt.

Und weil der Fußball gelegentlich eine sonderbare Vorstellung von Dramaturgie besitzt, gelang Yannik Bopp kurz vor Schluss der vermeintliche Ausgleich. Doch der Schiedsrichter hatte ein vorausgegangenes Lorcher Handspiel erkannt und verweigerte dem Treffer die Anerkennung.

Diesmal befanden sich die Augen des Unparteiischen jedenfalls an der richtigen Stelle.

Der Ausgleich ließ sich davon nicht dauerhaft aufhalten. In der ersten Minute der Nachspielzeit besorgte Adrian Schwarz das 2:2, und die Sportfreunde hatten sich für eine deutliche Leistungssteigerung nach der Pause doch noch belohnt.

Es blieb bei einem gerechten Unentschieden. Spraitbach gehörte die erste Halbzeit, Lorch die zweite. Die Gastgeber mussten zunächst ihren zweiten Tabellenplatz an den TSV Böbingen abtreten. Der Lorcher Anhang durfte dagegen zufrieden sein, dass man nach einem frühen Zweitorerückstand wenigstens einen Punkt mit ins Remstal nahm.

Ein Rückpass zur Ominösen Datenbank

Vor dem Spiel hatte ich viel über ominöse Datenbanken philosophiert. Spraitbach war zu Hause noch ungeschlagen, Lorch auswärts ohne Fehl und Tadel. Die Statistik geriet folglich in einen gewissen Gewissenskonflikt, den beide Mannschaften mit einem 2:2 auf ausgesprochen diplomatische Weise lösten.

Auch meine Betrachtung der Spraitbacher Torschützen erwies sich nicht als gänzlich verfehlt. Hägele und Bechthold mochten die auffälligeren Namen sein, doch die Gastgeber hatten ihre Tore bislang auf mehrere Schultern verteilt. Dass nun ausgerechnet Verteidiger Lukas Rein seinen ersten Saisontreffer erzielte, war gewissermaßen eine Bestätigung aus unerwarteter Richtung.

Eine besondere Geschichte lieferte auch Steffen Kreeb. Nach meiner Beobachtung ging der Lorcher Anschlusstreffer auf sein Konto, womit seine bemerkenswerte Torserie auf neun Punktspiele in Folge angewachsen wäre. Der Schiedsrichter notierte allerdings Paolo Gottheit als Torschützen.

Ein altbekannter Sportfreund und Bruddler wusste die Angelegenheit auf seine Weise zu kommentieren: „Gott sei Dank sah er Paolo als Torschützen, denn der Steffen stand ganz klar im Abseits!“

Ob sich die Szene tatsächlich so verhielt, mag dahingestellt bleiben. Ein wenig verhält es sich ja wie mit den Schwalben: die der eigenen Mannschaft sind nicht so schlimm wie die des Gegners. Ein Schiedsrichter besitzt schließlich auch nur zwei Augen, und selbst die sind nicht überall. Zudem wurde von beiden Seiten so oft „Abseits!“ reklamiert, dass der gute Mann womöglich schon betriebsblind geworden war. Oder Steffen Kreeb nutzte den wabernden Nebel zur Kaschierung seiner Abseitsstellung. Die Wahrheit wird wohl auf ewig irgendwo zwischen Strafraumlinie und Nebelbank verborgen bleiben

Damit wären wir bei einer Erkenntnis, die mir auf dem Heimweg durch den Nebel durchaus bedenkenswert erschien.

Eine Statistik kann vieles erklären, manches erwarten lassen und einiges im Nachhinein bestätigen. Nur Fußball spielen kann sie nicht.

Sie weiß nichts von ausgekugelten Schultern, von einem Ballverlust aus übertriebener Gastfreundschaft oder von einem Stürmer, der nach einem wunderbaren Solo das leere Tor nicht findet. Sie kennt weder die Beschaffenheit des Rasens noch die Launen des Nebels. Und schon gar nicht kennt sie die kleinen Bosheiten des Fußballs, der sich gelegentlich die größte Mühe gibt, den vernünftigsten Erwartungen zu widersprechen.

Vielleicht ist das auch gut so.

Denn wäre der Fußball vollständig berechenbar, könnte man seine Ergebnisse zu Hause am Schreibtisch ausrechnen. Man müsste nicht sechzehn Kilometer durch den herbstlichen Wald wandern, um sich neunzig Minuten lang in Kälte und Nebel an einen Sportplatz zu stellen.

Und das wäre doch ein beträchtlicher Verlust.

Zumal die Revanche nicht lange auf sich warten lassen wird. Beim Wiedersehen im Goldwasen dürfen sich die Spraitbacher durchaus Hoffnungen machen: Nach meinen Aufzeichnungen haben sie ausgerechnet dort gegen Lorch eine bessere Bilanz als auf eigenem Geläuf.

Die Ominöse Datenbank hat also bereits wieder etwas zu erzählen.

Ob ihr jemand zuhört, werden wir sehen.

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Sonntag, 18.10.2026
Kreisliga A,  12. Spieltag

FC Spraitbach – Sportfreunde Lorch 2:2 (2:1)
 

FC Spraitbach: Dominic Cavatoni, Julian Brech, Jona Maletic, Lukas Rein (72. Timo Seibold), Vit Benic, Jannic Maletic, Noah Hägele, Vinzent Brenner, Alin Fuchs, Robin Antz (63. Alexander Bechthold), Bugra-Yakup Kaya (63. Lukas Baur) - Spielertrainer: Alexander Bechthold

Sportfreunde Lorch: Patrick Stähle, Robin Bopp, Luca Röhricht, Adrian Schwarz, Paolo Gottheit (68. Yannik Bopp), Niklas Bopp (78. Stefan Weida), Paul Waibel, Liam Eisele, Silas Frank Podilczak, Steffen Kreeb, Kevin Daboci (71. Marcel Lorenz) - Trainer: Kevin Daboci

Schiedsrichter: Christian Haas - Zuschauer: 200

Tore:
1:0 Alin Fuchs (16.), 2:0 Lukas Rein (18.), 2:1 Steffen Kreeb (45.+2), 2:2 Adrian Schwarz (90.+1)

Der Link zum Spielbericht: Goldwasenelf bleibt auswärts ungeschlagen

Montag, 19. Oktober 2026

Normannia Gmünd – TSV Essingen 1:3 (1:0). Von alten Leiden, neuen Hoffnungen und einem Salbeibonbon.

 

Kein goldener Oktober im Schwerzer

 


Ansichten und Erkenntnisse eines Stadionsprechers – Vom goldenen Oktober, der keiner war

Von einem „Goldenen Oktober“ ist die Schwerzerelf weit entfernt. Das lag nicht nur am Regenwetter, welches am Samstag über dem Land herrschte. Deutlich zeigt die Tabelle den Zustand der Gmünder Normannia an, die mit lediglich drei Punkten einsam als Schlussleuchte in der Oberligatabelle fungiert und eine historische Negativserie durchlebt.

Wohl feierte man vor vierzehn Tagen seinen Heimsieg über Singen, was mich nach Spieltagen der Niederlagen und der Beglückwünschung siegreicher Gästetrainer zu einer willkommenen Improvisation nötigte, Spielleiter und Interimstrainer Stephan Fichter zum Heimsieg gratulieren zu dürfen.

Aber ach, erneut erwies es sich, dass Gmünd nicht über Kontinuität verfügte. Eine Woche später ertönte bereits wieder das alte, wohlbekannte Klagelied der Normannia: „Miserella, ah più no, no, tanto gel soffrir non può“. In Reutlingen zur Pause 1:0 geführt, couragiert aufgetreten. 1:3 verloren. „So spielt kein Schlusslicht“, hörten wir anerkennend vom Reutlinger Publikum. Aber im Fußball zählen Tore und Punkte, keine lobenden Worte. Der Abstand zum rettenden Ufer hatte sich wieder vergrößert.

Nun stand zum einunddreißigsten Male seit Oktober 1945 das Punktspiel gegen den Nachbarn TSV Essingen an. Auch in der Kreisgemeinde war man zuversichtlicher in die Saison gestartet, nur um sich zwischenzeitlich ebenfalls auf den unteren Stufen der Tabellenleiter abmühen zu müssen.

Gewiss: Essingen hatte sich wieder gefangen, ganz wie ein Ertrinkender, dem in rauer See ein Ring zugeworfen wird. Noch spürte man keinen festen Grund unter den Füßen, aber Rettungsring Simon Gruber hatte mit seinen Toren wohlweislich dazu beigetragen, dass das Essinger Schiff in bessere Fahrwasser zu gleiten schien.

Nun also der prestigeträchtige Besuch im Schwerzer.

Der Himmel öffnete seine Schleusen, und es ist höchst denkbar, dass dies den Normannen auch noch Zuschauereinnahmen kostete. „450“ meinte der Schiedsrichter in seinem Bericht hinterlegen zu müssen, „knapp 500“ sprach die Presse. 355 Zahlende gab ich als Stadionsprecher durch. Gewiss, es war noch das große unbezahlbare Heer der Ehrenamtlichen im WWG-Sportpark. Aber ob 355 oder knapp 500 Menschen am Spielfeldrand – es war ein zusätzlicher Nadelstich im Herzen der Normannia, hätte die Begegnung bei besserem Wetter und erfreulicherer sportlicher Ausgangslage doch eine erheblich stattlichere Kulisse verdient.

Selbst der zusätzlich eröffnete Imbissstand auf der Gegenseite konnte so bestenfalls als kleine Geste in Richtung der Gästefans gesehen werden. Wirtschaftlich dürfte er kaum von Bedeutung gewesen sein.

Ehrengäste waren zugegen, vom Verein eingeladen: Alois Schindler und Stefan Perl, Veteranen ruhmreicher Normanniazeiten der Sechzigerjahre. Personifizierte Vereinsgeschichte gewissermaßen. Doch auch die Anwesenheit dieser alten Recken vermochte keinen jener sagenumwobenen Schwerzergeister zu beschwören, die den Heimischen einen glücklicheren Spielausgang hätten bescheren können.

Vor dem Spiel stellte ich mich Gästetrainer Simon Köpf vor und bat ihn, seinen Jungs doch nahezulegen, mir nicht allzu viele TSV-Tore durch den Lautsprecher verkünden zu lassen.

Aus seiner später durchaus kritischen Sicht haben sich die Essinger wohl daran gehalten. Mir waren es dennoch drei Torschützen zu viel.

Dabei ließ sich die Begegnung zunächst recht erfreulich an. Die Essinger hatten zwar mehr vom Spielgerät, wussten damit aber wenig anzufangen. Die Normannen hielten entschlossen dagegen, und als Georg Wilhelm nach einem umstrittenen Foulelfmeter in der 38. Minute die Führung besorgte, durfte man im Schwerzer wieder einmal von besseren Zeiten träumen.

Auch nach dem Seitenwechsel gab es zunächst keinen Anlass, die Hoffnungen zu begraben. Doch dann genügte den Gästen ein Eckball, den David Braig zum Ausgleich einköpfte. Elf Minuten später fand ein Freistoß den Kopf des eingewechselten Lennart Ruther, der die Partie zugunsten der Essinger wendete. Über die Berechtigung dieses Treffers waren die Beteiligten ebenso uneins wie zuvor über den Gmünder Strafstoß. Die Unparteiische hatte entschieden, und beiden Parteien blieb es überlassen, mit ihrem jeweiligen Ärger fertigzuwerden.

Noch einmal bot sich Milojkovic die Gelegenheit, den Ausgleich herzustellen, doch sein Abschluss verfehlte das Ziel. Wenig später sorgte Simon Gruber mit dem dritten Essinger Treffer für die Entscheidung.

Zwei Standardsituationen und ein Konter hatten genügt, um die Hoffnungen der Heimischen abermals zu begraben.

Der niedergehende Regen verwandelte den Platz in ein unsicheres Geläuf für die bestollten Sohlen der Balltreter, aber er füllte wenigstens die nach der Sommerdürre um Wasser lechzenden Pegelstände unserer heimatlichen Gewässer. Den Punktestand der Normannia indes füllte er nicht.

So führte die Schwerzerelf wie schon eine Woche zuvor in Reutlingen zur Pause mit 1:0, um anschließend drei Gegentore hinnehmen zu müssen. Wer darin eine gewisse Beständigkeit erkennen möchte, dem sei zugestanden, dass sich die Normannen den Samstag vermutlich auch anders vorgestellt hatten.

„Ein unangenehmes Déjà-vu zum vergangenen Sonntag“, resümierte ich als Moderator der anschließenden Pressekonferenz gegenüber unserem Interimstrainer Stephan Fichter.

Der konnte mir kaum widersprechen. Eine Stunde lang mindestens auf Augenhöhe agiert, zur Pause geführt und am Ende doch wieder mit leeren Händen dagestanden. Der Essinger Torhüter Jerome Weisheit musste nach dem Seitenwechsel nicht einmal sein Können mit einer nennenswerten Parade unter Beweis stellen. Drei Gegentore dagegen hatte sein Gmünder Gegenüber Yannick Ellermann hinnehmen müssen.

Fichter brachte das Elend auf eine einfache Formel: Wer Woche für Woche drei Gegentreffer kassiere, werde in der Oberliga nur schwerlich Spiele gewinnen können.

Auch Simon Köpf war mit dem Auftritt seiner Essinger keineswegs uneingeschränkt zufrieden. Aber er hatte das, was seinem Kollegen fehlte: drei Punkte. Und er erinnerte daran, dass Derbys schließlich nicht nur dazu da seien, gespielt, sondern gewonnen zu werden.

Dagegen ließ sich wenig einwenden.

So blieb den Essingern die Freude über einen wichtigen Auswärtssieg und der Normannia die ernüchternde Erkenntnis, dass ordentliche Leistungen allein noch keinen Tabellenplatz verbessern. Den Veteranen der Sechzigerjahre hätte ich gerne einen erfreulicheren Nachmittag gewünscht. Dem Publikum ebenso. Und dem Verein erst recht.

Mir selbst blieb als einziger Lichtblick das Salbeibonbon, das mir Frau Krischke in der Sprecherkabine in weiser Voraussicht überlassen hatte.

1:3 endete das 31. Punktspielderby. Eins zu drei wie einunddreißig. Ironischerweise passend.


Oberliga Baden-Württemberg

1. FC Normannia Gmünd – TSV Essingen 1:3 (1:0)

Tore: 1:0 Georg Wilhelm (38., Foulelfmeter), 1:1 David Braig (60.), 1:2 Lennart Ruther (71.), 1:3 Simon Gruber (83.).

Schiedsrichterin: Kerstin Holzmayer.

Zuschauer: 355.

 

Samstag, 17. Oktober 2026

Spitzenspiel in der Kreisliga A – was die ominöse Datenbank über Spraitbach und Lorch verrät

 

Kreisliga A Ostwürttemberg, 12. Spieltag: FC Spraitbach – Sportfreunde Lorch

Es gibt Menschen, die verbringen ihre Freizeit mit Gartenarbeit, Briefmarkensammeln oder der Beobachtung heimischer Singvögel. Und dann gibt es Zeitgenossen wie mich, die offenbar nichts Besseres zu tun haben, als die Ergebnisse, Tore, Aufstellungen und Spielminuten der Kreisliga A in einer ominösen Datenbank zu horten. Eine Art Datenkrake des Amateurfußballs, die ihre Fangarme bis in die entlegensten Winkel der Ostalb ausstreckt und dabei gelegentlich Dinge zutage fördert, die vermutlich nicht einmal die betroffenen Vereine selbst wissen möchten.

Am kommenden Sonntag gastieren unsere Sportfreunde Lorch beim FC Spraitbach. Ein echtes Spitzenspiel, immerhin empfängt der Tabellenzweite den Vierten. Und weil ich den Gastgeber persönlich für eine der stärksten, wenn nicht sogar die stärkste Mannschaft unserer Liga halte, habe ich meine berüchtigte Datenbank bemüht, um dieser Einschätzung einmal auf den Zahn zu fühlen.

Das Ergebnis ist durchaus interessant. Denn während manches meine Vermutung bestätigt, erzählen andere Zahlen eine Geschichte, die den Lorcher Anhängern durchaus Hoffnung machen darf.

Beim letzten Aufeinandertreffen im April 2025 siegte Spraitbach verdient mit 4:2


Zwei Mannschaften, drei Punkte Unterschied

Nach zehn absolvierten Begegnungen steht der FC Spraitbach mit 25 Punkten, acht Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage auf Platz zwei. 30 erzielte Tore bei lediglich zehn Gegentreffern sprechen eine deutliche Sprache.

Unsere Sportfreunde folgen mit 22 Punkten auf Rang vier. Sieben Siege, ein Unentschieden und zwei Niederlagen stehen bei einem Torverhältnis von 27:14 zu Buche.

Spraitbach hat also drei Punkte mehr gesammelt, drei Tore mehr erzielt und vier weniger kassiert. Das ist ein Vorsprung, aber gewiss keine andere Fußballwelt.

Besonders reizvoll ist die Gegenüberstellung der Heim- und Auswärtsbilanzen. Spraitbach ist auf eigenem Platz noch ungeschlagen: vier Siege, ein Unentschieden, 14:7 Tore. Lorch wiederum hat in der Fremde ebenfalls noch keine Niederlage hinnehmen müssen: drei Siege, ein Unentschieden, 14:6 Tore.

Die Gastgeber treffen zuhause durchschnittlich 2,8-mal, unsere Sportfreunde auswärts sogar 3,5-mal pro Begegnung. Wer also auf ein torloses Unentschieden spekuliert, besitzt entweder ein ausgeprägtes Vertrauen in die Unberechenbarkeit des Fußballs oder hat die Statistik bislang nicht gelesen.

Freilich ist auch das keine Garantie. Schließlich haben wir erst zehn Spieltage hinter uns, und der Fußball ist bekanntlich nicht verpflichtet, den Berechnungen seines Chronisten Folge zu leisten.

Der FC Spraitbach – eine Mannschaft mit langem Atem

Was mich an den Spraitbachern besonders beeindruckt, ist nicht allein die Zahl der erzielten Tore, sondern deren zeitliche Verteilung.

Von den bislang 30 Ligatreffern fielen 19 nach der 60. Spielminute, elf davon sogar in der Schlussviertelstunde einschließlich Nachspielzeit. Fast zwei Drittel der gesamten Torausbeute stammen also aus der letzten halben Stunde.

Nun könnte man vermuten, dass hier regelmäßig ein bereits geschlagener Gegner noch ein paar Tore eingeschenkt bekommt. Das kommt durchaus vor, erklärt aber längst nicht alles.

Beim 4:3 gegen Waldstetten II lag Spraitbach nach 54 Minuten mit 0:2 zurück, glich innerhalb weniger Minuten aus und entschied die Begegnung erst in der 87. Minute. Gegen Waldhausen geriet man zweimal in Rückstand, ehe Timo Seibold in der 84. Minute den 3:2-Siegtreffer erzielte.

Auch im Bezirkspokal bewiesen die Spraitbacher ihre Hartnäckigkeit. Gegen Stern Mögglingen fielen die entscheidenden Treffer zum 4:2 erst in der Nachspielzeit. Gegen höherklassige Gegner wie Durlangen und Schwabsberg behauptete man sich über 90 Minuten im Pokal und setzte sich jeweils im Elfmeterschießen durch.

Das sind keine Beweise für eine unerschütterliche Siegermentalität, wohl aber bemerkenswerte Beispiele dafür, dass diese Mannschaft auch unter schwierigen Umständen im Spiel bleibt.

Wer gegen Spraitbach nach einer Stunde führt, sollte also besser nicht schon den Motor für die Heimfahrt warmlaufen lassen.

Der Trainer schießt mit – und ist nicht allein

Eine weitere Stärke der Gastgeber ist ihre breit verteilte Torgefahr.

Spielertrainer Alexander Bechthold und Noah Hägele haben jeweils sieben Treffer erzielt, Alin Fuchs steuerte fünf bei. Zusammen kommt dieses Trio auf 19 der 30 Spraitbacher Tore. Insgesamt durften sich bereits zehn verschiedene Spieler in die Torschützenliste eintragen.

Bechthold gehört damit zu jener sympathischen Trainerzunft, die ihre taktischen Anweisungen bei Bedarf gleich selbst in die Tat umsetzt. Der Mann erklärt seinen Spielern also nicht nur, wo das gegnerische Tor steht, sondern demonstriert es gelegentlich auch persönlich.

Bemerkenswert ist allerdings, dass Spraitbach auch ohne seinen Spielertrainer erfolgreich war. In zwei Ligaspielen fehlte Bechthold, beide Begegnungen wurden gewonnen.

Bei Lorch ist die Torgefahr stärker auf einen Mann konzentriert. Steffen Kreeb hat bereits zwölf der 27 Treffer erzielt und damit einen Anteil von gut 44 Prozent an der gesamten Lorcher Ausbeute.

Das macht unsere Mannschaft nicht zwangsläufig berechenbarer. Aber es unterstreicht einmal mehr, welchen sportlichen Wert unser erfahrener Torjäger besitzt.

Die Sache mit der Ersatzbank

Eine naheliegende Vermutung war, dass die vielen späten Spraitbacher Treffer vor allem auf besonders erfolgreiche Einwechselspieler zurückzuführen seien.

Also wurden die Torfolgen mit den Aufstellungen und Wechselminuten abgeglichen. Das Ergebnis: Nur drei der 30 Ligatore wurden von Spielern erzielt, die zuvor eingewechselt worden waren.

Der weitaus größte Teil der späten Treffer stammt folglich von Spielern, die bereits beim Anpfiff auf dem Platz standen.

Natürlich können Einwechslungen auch dann Wirkung entfalten, wenn der betreffende Spieler nicht selbst trifft. Frische Kräfte können Räume öffnen, Gegenspieler binden und das Spiel verändern. Das lässt sich aus einer bloßen Torstatistik nicht ablesen.

Dennoch bleibt die Erkenntnis: Spraitbachs Schlussphasenstärke ist nicht einfach nur das Werk einer besonders treffsicheren Ersatzbank. Die Stammspieler selbst bleiben bis zum Ende gefährlich.

Elf Freunde – und wie viele davon bleiben dieselben?

Besonders neugierig machte mich die Frage, ob Spraitbach vielleicht deshalb so erfolgreich ist, weil Spielertrainer Bechthold Woche für Woche dieselbe eingespielte Mannschaft auf den Platz schicken kann.

Denn bei unseren Sportfreunden ist bekanntlich nicht immer sicher, welche Spieler Trainer Kevin Daboci am Sonntag zur Verfügung stehen. Berufliche Verpflichtungen, Verletzungen und andere Widrigkeiten gehören nun einmal zum Alltag des Amateurfußballs.

Also wurde die ominöse Datenbank ein weiteres Mal bemüht. Für beide Mannschaften habe ich die Anfangsformationen der zehn bisherigen Ligaspiele betrachtet und jeweils mit der vorherigen Begegnung verglichen.

Das Ergebnis überraschte selbst den Datenkraken.

Bei Lorch standen durchschnittlich 9,00 der elf Anfangsspieler auch im jeweils folgenden Spiel wieder in der Startelf. Bei Spraitbach waren es 9,11 Spieler.

Über neun Spieltagsübergänge hinweg wechselte Lorch insgesamt 18-mal einen Startplatz neu, Spraitbach 17-mal.

Ein einziger Unterschied in neun Spielen!

Beide Mannschaften haben bislang 18 unterschiedliche Spieler von Beginn an eingesetzt. Von einer wesentlich größeren personellen Beständigkeit der Spraitbacher kann also keine Rede sein.

Im Gegenteil: Lorch besitzt sogar einen ausgesprochen festen Kern. Luca Röhricht, Paul Waibel, Steffen Kreeb, Silas Podliczak und Robin Bopp standen in allen zehn Ligaspielen auf dem Platz und absolvierten zusammen 4.390 von 4.500 möglichen Spielminuten.

Spraitbach verfügt mit Noah Hägele, Vinzent Brenner, Alin Fuchs und weiteren Stammkräften ebenfalls über ein verlässliches Gerüst. Hägele hat sogar noch keine einzige Spielminute versäumt.

Die Zahlen zeigen somit zwei Mannschaften, deren personelle Kontinuität sich erstaunlich ähnelt.

Ob die Spieler dabei immer dieselben Positionen besetzten, wie gut sie miteinander harmonieren und aus welchen Gründen einzelne Wechsel vorgenommen wurden, verrät uns diese Statistik freilich nicht. Eingespieltheit lässt sich nicht auf zwei Nachkommastellen berechnen.

Aber eines dürfen wir festhalten: Kevin Daboci hat es trotz aller Schwierigkeiten geschafft, einen bemerkenswert stabilen Kern seiner Mannschaft zusammenzuhalten.

Und was sagt uns das für Sonntag?

Ich bleibe bei meiner persönlichen Einschätzung: Für mich geht der FC Spraitbach als Favorit in diese Begegnung. Vielleicht ist er sogar stärker einzuschätzen als Tabellenführer TV Straßdorf, gegen den unsere Sportfreunde im Goldwasen mit 1:2 unterlagen.

Das ist allerdings mein subjektiver Eindruck und kein Urteil, das sich aus den Zahlen zwingend ableiten ließe. Straßdorf ist schließlich noch ungeschlagen, hat erst sieben Gegentore kassiert und das direkte Duell gegen Spraitbach mit 1:0 gewonnen. Auch diese Fakten lassen sich nicht wegdiskutieren.

Ebenso wenig dürfen wir jedoch die bemerkenswerte Lorcher Auswärtsbilanz ignorieren. Drei Siege und ein Unentschieden bei 14:6 Toren sind ein stattliches Zeugnis. Unsere Sportfreunde haben in der Fremde bislang durchaus überzeugend gespielt und brauchen sich auch vor dem Tabellenzweiten nicht zu verstecken.

Die Statistik kann uns zeigen, welche Mannschaft häufiger gewinnt, wann ihre Tore fallen und wie beständig ihre Aufstellungen sind. Sie verrät uns aber nicht, ob am Sonntag ein Ball vom Innenpfosten ins Tor springt oder wieder hinaus, ob ein Torhüter einen außergewöhnlichen Tag erwischt oder ob ein Schiedsrichter in der 89. Minute auf den Elfmeterpunkt zeigt.

Und das ist auch gut so. Sonst könnten wir uns den Weg an den Rand der Frickenhofer Höhe sparen und die drei Punkte gleich per Datenbankabfrage vergeben.

Alexander Bechthold erwartet ein echtes Spitzenspiel

Auch der Spraitbacher Spielertrainer blickt mit Vorfreude auf die Begegnung. Bei seiner Einschätzung des kommenden Spieltags fand Alexander Bechthold folgende Worte:

„Ein echtes Spitzenspiel! Lorch reist mit breiter Brust an und könnte mit einem Sieg bis auf einen Punkt an uns heranrücken. Dass die Sportfreunde Qualität haben, steht außer Frage. Allerdings haben wir vor heimischer Kulisse ebenfalls einiges vor. Drei Punkte für uns – wie genau wir die holen, wird sich am Sonntag zeigen.
Mein Tipp: 3:2“

Das ist eine selbstbewusste, aber durchaus respektvolle Einschätzung des Gastgebers.

Und sollte Bechthold mit seinem 3:2 richtig liegen, würde sich zumindest eine Erkenntnis aus meiner ominösen Datenbank bestätigen: Spraitbach schießt gerne Tore, und seine Gegner dürfen durchaus auch welche erzielen.

Ich persönlich hoffe freilich, dass sich die Lorcher Auswärtsserie fortsetzt. Vielleicht gelingt es unseren Jungs sogar, den Gastgebern die erste Heimniederlage beizubringen.

Denn so viel Freude mir die Zahlen auch bereiten: Am Ende schlägt mein Herz nicht für die Datenbank, sondern für die Sportfreunde Lorch.

Und sollte der Fußball am Sonntag wieder einmal sämtliche Statistiken auf den Kopf stellen, werde ich mich keineswegs beklagen. Ich werde anschließend nur alles gewissenhaft in meine Datenbank eintragen.

Eine Datenkrake kennt schließlich keinen Feierabend.

Die Bilanz seit 1999/2000:

17 Spiele, 4 Siege Spraitbach - 3 Unentschieden - 10 Siege Lorch (21:31 Tore)



Freitag, 16. Oktober 2026

Kreisliga A1 Ostwürttemberg: Zur Lage der Liga

 

Zwei Beobachter am Spielfeldrand. Der eine kennt die Tabelle, der andere vertraut seiner Nase.

Zur Lage der Liga

Von Herbstnebeln, Höhenluft und dünnem Eis

Der Oktober ist ins Land gezogen, und über den Spielfeldern Ostwürttembergs liegt jener eigentümliche Herbstzauber, bei dem die Fußballplätze morgens noch im Nebel verschwinden, während die Tabellen allmählich klarere Konturen annehmen. Die Blätter fallen von den Bäumen, die Temperaturen sinken, und mancher Trainer betrachtet seine Mannschaft inzwischen mit jener besorgten Miene, die andernorts dem Blick auf die Heizkostenabrechnung vorbehalten bleibt.

Elf Spieltage sind absolviert, und ganz oben hat sich der TV Straßdorf eingerichtet. Neun Siege und ein Unentschieden, 28 Punkte und gerade einmal sieben Gegentore – die Mannschaft von Denis Kreissl scheint derzeit wenig Neigung zu verspüren, ihre vornehme Unterkunft an der Tabellenspitze zu räumen. Zuletzt wurden auch die Heuchlinger mit 2:0 bezwungen, wenngleich die Tore erst nach dem Seitenwechsel fielen.

Dahinter herrscht allerdings reger Betrieb. Spraitbach, Böbingen und unsere Sportfreunde Lorch bilden eine Verfolgergruppe, die dem Tabellenführer gewiss nicht schon im Oktober den Meisterwimpel überreichen möchte. Besonders der FC Spraitbach hat sich mit acht Siegen aus zehn Begegnungen als ernsthafter Anwärter auf die vorderen Plätze empfohlen.

Am Sonntag kommt es dort zum Gipfeltreffen mit den Sportfreunden. Der Zweite empfängt den Vierten, und während die Spraitbacher auf dem eigenen Sportplatz noch ungeschlagen sind, haben die Lorcher auswärts bislang ebenfalls keine Niederlage hinnehmen müssen. Das klingt nach einer Begegnung, bei der beide Mannschaften gute Gründe besitzen, mit breiter Brust aufzulaufen.

Ein wenig weiter unten hat sich Stern Mögglingen nach dem 3:1 gegen Mutlangen auf den sechsten Platz vorgearbeitet. Der TV Herlikofen wiederum besiegte Schechingen mit 3:0 und darf sich nach einem wechselhaften Saisonbeginn wieder etwas zuversichtlicher zeigen.

Besonders bemerkenswert war der jüngste Auftritt des TSV Waldhausen. Mit einem 6:1 bei der SGM Alfdorf/Hintersteinenberg meldeten sich die Waldhäuser eindrucksvoll zu Wort. Für die Gastgeber hingegen wird die Luft am Tabellenende zunehmend dünn.

Dort unten ist freilich noch längst nichts entschieden. Hohenstadt/Untergröningen unterlag in Frickenhofen erst durch einen Kopfball von Colin Postic in der Nachspielzeit mit 0:1. Ein einziges Tor entschied über drei Punkte, die beiden Aufsteigern im weiteren Saisonverlauf noch sehr wertvoll werden könnten.

Überhaupt lohnt es sich, die untere Tabellenhälfte nicht vorschnell in Gute und Schlechte einzuteilen. Zwischen dem neunten Tabellenplatz und dem Relegationsrang liegen derzeit nur wenige Punkte. Ein gelungener Sonntag kann eine Mannschaft aus der unmittelbaren Gefahrenzone befördern, eine Niederlage sie wieder mitten hineinziehen.

Und so ist die Lage der Liga nach elf Spieltagen zwar etwas übersichtlicher geworden, aber keineswegs geklärt. Oben hat Straßdorf die beste Aussicht, dahinter wird eifrig an der Leiter gebaut. Unten sucht man nach festem Boden, und mittendrin hoffen einige Vereine, dass der Herbst mehr Ernte als Sturm bereithält.

Der Wetterbericht zum zwölften Spieltag


In Straßdorf herrscht weiterhin Hochdruck. Die Gäste aus Bettringen werden versuchen, das beständige Schönwettergebiet zu stören. Bislang hat sich jedoch noch keine Mannschaft gefunden, die den Tabellenführer wirklich aus der Ruhe bringen konnte.

An der Nahtstelle zur Frickenhofer Höhe kündigt sich ein kräftiges Aufeinandertreffen zweier warmer Offensivströmungen an. Spraitbach empfängt Lorch, und die bisherigen Torbilanzen lassen lebhaften Betrieb vor beiden Strafräumen erwarten. Vereinzelte Gewitter in der Schlussviertelstunde sind insbesondere bei Spraitbacher Beteiligung nicht auszuschließen.

In Böbingen könnte die Reise zum TSB Schwäbisch Gmünd Gelegenheit bieten, den Platz in der Spitzengruppe zu festigen. Die Gastgeber haben allerdings gerade sechs Tore in Lorch hinnehmen müssen und dürften auf Wiedergutmachung bedacht sein. Die Vorhersage bleibt wechselhaft.

In Großdeinbach treffen die Gastgeber auf den TV Herlikofen. Beide stehen mit 13 Punkten im Mittelfeld, wobei die Großdeinbacher zuletzt in Bettringen gewannen und die Herlikofener gegen Schechingen erfolgreich waren. Es dürfte sich zeigen, wessen Aufwind länger anhält.

In Schechingen erwartet man die SGM Alfdorf/Hintersteinenberg. Für beide Mannschaften wäre ein Erfolg ausgesprochen willkommen. Die Wetterlage ist angespannt, und die Gefahr weiterer Punktverluste keineswegs gebannt.

In Waldhausen gastiert Hohenstadt/Untergröningen. Die Gastgeber reisen mit dem Rückenwind ihres 6:1-Erfolges in die eigene Spielstätte zurück. Für die Gäste wird es darum gehen, nach der bitteren Niederlage in Frickenhofen wieder Zählbares einzufahren.

In Frickenhofen steht mit Stern Mögglingen ein Gegner vor der Tür, der zuletzt ebenfalls erfolgreich war. Ob der späte Siegtreffer gegen Hohenstadt/Untergröningen den Frickenhofenern zusätzlichen Auftrieb verleiht, bleibt abzuwarten.

In Waldstetten beginnt der Spieltag bereits am Freitagabend mit der Begegnung der TSGV-Reserve gegen den TV Heuchlingen. Für beide Mannschaften geht es darum, Abstand zur gefährdeten Tabellenregion zu gewinnen. Die Vorhersage hierzu bleibt bis zum Schlusspfiff unter Vorbehalt.

In Mutlangen herrscht dagegen absolute Windstille. Der TSV ist spielfrei und kann sich das Treiben der Konkurrenz in aller Ruhe betrachten. Ob das allerdings entspannender ist, als selbst auf dem Platz zu stehen, darf bezweifelt werden.

Und damit schließt der Chronist seinen Wetterbericht. Mögen die Plätze bespielbar, die Schiedsrichter wohlbehalten und die Zuschauer mit warmen Getränken versorgt sein. Denn eines ist im ostwürttembergischen Herbst so sicher wie das fallende Laub: Irgendwo wird am Sonntag wieder einer behaupten, er habe das Ergebnis schon vor dem Anpfiff gewusst.