Sonntag, 6. Juni 2021

Über den Tellerrand geschaut: Die Ligabilanz der TSG 1899 Hoffenheim von 1945 bis 2000


Nanu, der Spätzleskick geht in den Kommerzfußball? Ins Badische sogar? Und darüberhinaus ins polarisierende Hoffenheim?

Nun gut, nur kurz gefasst: Ein Sammler, der gerne die Ligazugehörigkeiten aller Bundesligisten in ihren Spielzeiten ab 1945 überblicken möchte, bat mich, ob ich ihm nicht das Abschneiden der TSG Hoffenheim zusammenstellen könnte.

Einem Hilfegesuch habe ich mich noch nie entzogen, und so kramte ich in meinem Archiv, was ich zur TSG Hoffenheim zusammenstellen konnte. 

Zu zwei Spielzeiten (1946/47 und 1947/48) habe ich keine Tabellen aus dem Kreis Sinsheim, und die Zeit nach 2001, als die TSG in der Oberliga angekommen war, habe ich auch großzügig weggelassen. Da ich zu den meisten alten Tabellen auch keine Anzahl der Siege, Unentschieden und Niederlagen vorweisen kann, habe ich sie einheitlich weggelassen. Nun ja, es ist ja auch badischer und nicht württembergischer Fußball, da mache ich mir die Arbeit eben auch leichter.

Wohlan: die TSG Hoffenheim ab 1945.



Donnerstag, 16. Juli 2020

Verbandsliga-Steckbrief: TSV Essingen

TSV Essingen e. V.

Gegründet: 18. Juni 1893 (Fußball seit 1919)
Vereinsfarben: Blau-Weiß
wfv-Bezirk: Ostwürttemberg
Vereinsregister: seit 3. März 1906 beim Amtsgericht Ulm unter VR 500015 als Turn- und Sportverein Essingen 1893
Adresse: Am Schönbrunnen 1; 73457 Essingen
Internet: http://www.tsvessingen-fussball.de/




Der Ort

Die etwa 6.300 Einwohner zählende Gemeinde Essingen liegt im Ostalbkreis im Grenzgebiet der beiden ehemaligen Kreise Aalen und Schwäbisch Gmünd. Die Rems, einer der größten Nebenflüsse des Neckars, entspringt im Gemeindegebiet. Der 1090 erstmals erwähnte Ort liegt eingebettet am Fuße der Schwäbischen Alb und ist Ausgangspunkt des Remswanderweges. Essingen gilt als Wiege des Wintersports im Schwabenland, brachte doch 1893 die Frau des Pfarrers Gerok aus ihrer norwegischen Heimat die ersten Langlaufski mit ins Remstal. Das Hirtenbühl im Ortsteil Lauterburg, bekannt durch die markante Burgruine, bildet auch heute noch ein beliebtes Wintersportzentrum - sofern die Schneeflocken mitmachen.

Sehenswert ist auch das sich im Privatbesitz befindliche, 1555 errichtete Schloss der Familie Wöllwarth-Lauterburg, dessen Park frei besichtigt werden darf.
Größter Arbeitgeber der Gemeinde ist die weltweit operierende Scholz-Recycling GmbH. Auch das Unterwäsche-Label "bruno banani" ist mit Essingen verknüpft. Wenn zwar auch nicht als Produktionsstätte, so doch als Wohnort des Gründers Wolfgang Jassner, der sich mit seiner Wahlheimt mehr als verbunden fühlt.
Seit einiger Zeit hat das Bahunternehmen GoAhead eine Betriebsstätte in Essingen eingerichtet. Auf der Gemarkung Lauterburg arbeitet seit 2006 ein Windpark für die Erzeugung erneuerbarer Energien.
Regional bekannt ist Essingen auch für seinen jährlich stattfindenden Ostermarkt. Traditionell wenden sich die Essinger Bürgerinnen und Bürger eher der Kreisstadt Aalen zu, weswegen eine Änderung der Zugehörigkeit zu einem anderen Wahlkreis dort vor einiger Zeit für Empörung sorgte.


Die Spielstätte

Mit dem 1988 eingeweihten Schönbrunnenstadion, schlicht benannt nach der Adresse, besitzt der TSV Essingen eine für sein Vereinsleben zweckmäßige Anlage, deren Fassungsvermögen auf Europlan mit 4.000 angegeben wird. Würdig für einen Turn- und Sportverein kommen auf der Anlage auch die Bedürfnisse der Leichtathletik auf ihre Kosten, so dass eine Laufbahn die Spielfläche umgibt und die - ausschließlich Stehplatzzuschauer - etwas vom Spielfeld fernhält. Die Sicht ist aber dennoch ordentlich, und für Regenscheue gibt es gar eine kleine Stehplatztribüne, eine Stahlkonstruktion als Wetterschutz. Das gesamte Ensemble, bei den Tennisanlagen am östlichen Ortsrand gelegen, weist zudem noch ein Kleinfeld und einen Kunstrasenplatz auf. Fast schon ein Markenzeichen des Schönbrunnenstadions ist der Blick auf die Schönbrunnhalle mit ihrer grün-gelben Fassade.
Das Wasseralfinger Stadionbier genießt einen guten Ruf. Selbiges gilt auch für das gerne aufgesuchte verpachtete Vereinsheim des TSV, das noch mit traditionell schwäbischer Küche aufwartet.


Die Anreise

Es gibt Überlegungen, den 1989 stillgelegten Bahnhof wieder zu reaktivieren. Ein Bahnhalt für Essingen wäre tatsächlich optimal, denn nicht nur der Fußballfreund sondern auch der Wanderer in mir käme auf seine Kosten. So sind vom Schönbrunnenstadion die nächstgelegenen Bahnhöfe Aalen und Mögglingen jeweils ca. 6 km entfernt. Die Anreise per ÖPNV erfolgt über Hauptbahnhof Aalen mit anschließender Busfahrt. Alles in allem ist die Wochenend-Verbindung recht gut, von Stuttgart aus ist das ersehnte Ziel inklusive Busfahrt innerhalb von 1,5 Stunden zu erreichen. Die Rückfahrt ist mit etwas Wartezeit verbunden und dauert ca. 15 Minuten länger, gestaltet sich aber ebenso problemlos.
Keine Schwierigkeiten bereitet die Anreise mit dem PKW. Vor dem Stadion sind zahlreiche Parkplätze vorhanden.

Die Zuschauer

In der abgebrochenen Saison wies der TSV Essingen mit einem Schnitt von 290 Zuschauern am zweitbesten in der Verbandsliga ab. Allerdings wurde dieses Spiel durch die beiden Heimderbies gegen Normannia Gmünd und vor allem dem Nachbarort Hofherrnweiler verfälscht. Im grauen Ligaalltag verirrten sich zuletzt meist weniger als 200 Zuschauer ins Schönbrunnenstadion, und nur bei einem Derby oder einem Topspiel kommt die Fußballbegeisterung auch zahlenmäßig zum Ausdruck. Denn wenn es gegen die lokale Konkurrenz geht, sind "alle Esse". Dann können die Essinger auch mal hitzig und lautstark mitfiebern. Selbiges gilt auch für Auswärtsspiele. Die Nachbarschaft des VfR Aalen und der Einflussbereich des 1. FC Heidenheim drücken natürlich auch auf die Zuschauergunst in der Voralb. Ein Aufschwung könnte durch den angestrebten Aufstieg in die Oberliga erfolgen.
Dem Gästefan erweist man jegliche Höflichkeit und Zuvorkommenheit, wie es sich für einen Gast geziemt.

Zuschauerbilanz der letzten 10 Jahre

2019/20 Verbandsliga 290
2018/19 Verbandsliga 209
2017/18 Verbandsliga 232
2016/17 Verbandsliga 160
2015/16 Verbandsliga 191
2014/15 Verbandsliga 199
2013/14 Landesliga 158
2012/13 Landesliga 138
2011/12 Verbandsliga 179
2010/11 Landesliga 234

Der Verein

Der TSV Essingen muss mit der Last leben, immer und überall als Favorit angesehen zu werden. Die Sponsorenunterstützung von Scholz oder bruno banani brachte schon zu Landesligazeiten den aufrichtigen Neid der Konkurrenz ein, und der TSV trug durch seine Einkaufspolitik dazu bei, seine Wunschkandidaten zu verpflichten. Schnell war von "zusammengekaufter Geldclub" die Rede, wenn beispielsweise im Kader der 2015/16er Verbandsligamannschaft mit Jens Malitzke nur einen Spieler aufwies, dessen Stammverein der TSV Essingen war. Auch die raschen Trainerwechsel in der jüngeren Vergangenheit sorgten für Unruhe. Dabei tut man den Blau-Weißen unrecht, würde man ihnen eine Politik "des offenen Geldbeutels" zuweisen. Der Mehrspartenverein - neben Fußball wird Breitensport, Tennis, Kegeln, Turnen, Badminton und Basketball betrieben - pflegt einen familiären Umgang und ist mit seinen 1.100 Mitgliedern aus dem Gemeindeleben nicht wegzudenken. Auch die Kritik, es sein kein Traditionsverein, der erst in jüngster Vergangenheit auf der Bildfläche erschien, kann so nicht bestehen. Von 1955 bis 1958 spielte der Club in der 2. Amateurliga und lockte regelmäßig hunderte Zuschauer ins Stadion - und auch den einen oder anderen ehemaligen Aalener Spieler in den Kader.
In Essingen setzt man mittlerweile auf Kontinuität und baut seinen Kader bewußter auf, ohne die Option eines möglichen Oberligaaufstiegs deswegen aufgeben zu müssen. Mit Trainer Beniamino Molinari, der nun in seine dritte Spielzeit als TSV-Cheftrainer geht, hat man daür den richtigen Mann für diese Philosophie. War der TSV früher geprägt von 11 guten aber nicht harmonierenden Einzelspielern, so fügte der niemals alternde Molinari das Mannschaftspotenzial zu einem echten Team zusammen. Der 40jährige Molinari ist ein echtes Fußballkind des Ligakonkurrenten Normannia Gmünd und versah als "lebendes Inventar" seinen ersten Trainerposten im Schwerzer. 2017 coachte er für ein Jahr den Oberligisten TSG Backnang, eher er 2018/19 die Leitung der Schönbrunnenelf übernahm. Größter Erfolg als Trainer war 2019 das Erreichen des wfv-Pokalfinales mit dem TSV Essingen (0:2 gegen den SSV Ulm 1846).

Historie
Während die Geschichte der Turner bereits 1893 beginnt, ließ die Balltreterei in Essingen noch ein wenig auf sich warten. Die Geschichte des Fußballsports beginnt dort mit zwei Glücksfällen. Zunächst überlebt der Forstwart Funk den 1. Weltkrieg an der Westfront, und der zweite Glücksfall war, dass er seine Kriegsgefangenschaft in England verbrachte. Denn im Mutterland des Fußballs lernte er diesen Mannschaftssport kennen und lieben, und bei seiner Rückkehr 1919 war er hoffnungslos vom Kicken infiziert. Schnell konnten in Essingen Mitstreiter gefunden werden, die noch im selben Jahr als FC Kickers Essingen wild und überall wo sich Platz bot Fußball spielten. Dies war beim Bahnhof oder auch in Tauchenweiler. Im Wental gegen den Sportverein Bartholmä gewann man sein erstes Spiel mit 6:1. 1924 gab man sich feste Strukturen, firmierte fortan als SV Essingen. Erst 1949 erfolgte die Fusion mit den Turnern zum heutigen TSV 1893. Nach einem Höhenflug in den 1950er Jahren wurde es lange Zeit ruhig um die Fußballer, kickte man in Essingen nur auf Kreisebene und sah oft genug die Kreisliga A als Gipfel der Gefühle. In den letzten Jahren gab man sich in Essingen professionelle Vereinsstrukturen und profitierte von einer planmäßigen Finanzwirtschaft. Verbunden war dies mit einem sportlichen Aufschwung, der selbst eine Oberliga in Essingen nicht ins Reich der Phantasterei verweisen kann.

Die Verbandsliga-Statistik

Spielzeiten

Saison Pl. Sp. S U N
T
P.
2011/12 14. 32 9 5 18 58 : 92 32
2014/15 5. 30 16 4 10 60 : 45 52
2015/16 3. 30 17 9 4 57 : 38 60
2016/17 6. 30 13 7 10 50 : 45 46
2017/18 9. 30 11 7 12 56 : 58 40
2018/19 4. 30 15 7 8 59 : 37 52
2019/20 7. 20 9 3 8 40 : 29 30

"Ewige Tabelle"
37. Platz, 380:344 Tore, 312 Punkte

Tabellenführer
11 mal, zuletzt am 26. August 2017

Höchste Siege
Heimspiele
6:1 gg. FV Olympia Laupheim (27.05.2017)
5:0 gg. FC 07 Albstadt (07.10.2018)
5:0 gg. VfL Pfullingen (18.11.2017)
Auswärtsspiele
5:0 gg. TSV Münchingen (12.05.2012)
6:2 gg. SV Nehren (13.11.2011)

Höchste Niederlagen
Heimspiele
1:8 gg. SV Böblingen (02.10.2011)
0:5 gg. 1. Göppinger SV (23.05.2015)
1:5 gg. FC 07 Albstadt (19.11.2016)
Auswärtsspiele
0:8 gg. FC Wangen 05 (07.04.2018)
1:6 gg. FSV 08 Bissingen (17.03.2012)

Torreichstes Spiel
06.11.2011: TSV Essingen gg. VfR Aalen II 6:4
15.10.2017: Calcio Leinfelden-Echterdingen gg. TSV Essingen 6:4

Verbandsligaserien
Ungeschlagen
11 Spiele vom 14.11.2015 bis 16.04.2016
Sieglos
8 Spiele vom 31.08.2011 bis 27.10.2011
Siege
7 Spiele vom 07.09.2014 bis 19.10.2014
Niederlagen
7 Spiele vom 31.08.2011 bis 15.10.2011

Direktvergleich

Verein Sp. S U N
T.
P.
TSV Berg 7 5 1 1 11 : 4 16
SSV Ehingen-Süd 6 3 1 2 12 : 7 10
SV Fellbach 1 1 0 0 2 : 1 3
VfB Friedrichshafen 2 1 0 1 5 : 5 3
1. FC Normannia Gmünd 9 4 1 4 14 : 15 13
TSV Heimerdingen 1 0 0 1 1 : 2 0
1. FC Heiningen 5 3 1 1 9 : 6 10
TSG Hofherrnweiler-Unterrombach 2 2 0 0 7 : 2 6
FSV Hollenbach 5 0 0 5 1 : 12 0
Calcio Leinfelden-Echterdingen 7 4 1 2 19 : 11 13
VfB Neckarrems Fußball 13 7 3 3 25 : 19 24
VfL Pfullingen 5 3 2 0 13 : 4 11
SKV Rutesheim 5 2 1 2 10 : 7 7
VfL Sindelfingen 10 4 1 5 16 : 19 13
TSG Tübingen 6 1 3 2 13 : 13 6
FC Wangen 05 11 8 0 3 24 : 21 24
Noch keine Verbandsligaspiele gegen TSV Crailsheim, FC Holzhausen und Türkspor Neu-Ulm.

Bilanz der letzten 25 Jahre
(Verbandsligajahre in Fettdruck)
Saison Liga Pl. Sp. S U N
T.
P.
2019/20 Verbandsliga 7. 20 9 3 8 40 : 29 30
2018/19 Verbandsliga 4. 30 15 7 8 59 : 37 52
2017/18 Verbandsliga 9. 30 11 7 12 56 : 58 40
2016/17 Verbandsliga 6. 30 13 7 10 50 : 45 46
2015/16 Verbandsliga 3. 30 17 9 4 57 : 38 60
2014/15 Verbandsliga 5. 30 16 4 10 60 : 45 52
2013/14 Landesliga 1. 30 23 4 3 93 : 34 73
2012/13 Landesliga 12. 32 11 6 15 52 : 58 39
2011/12 Verbandsliga 14. 32 9 5 18 58 : 92 32
2010/11 Landesliga 1. 28 18 6 4 62 : 37 60
2009/10 Landesliga 5. 30 14 4 12 65 : 62 46
2008/09 Landesliga 10. 30 11 4 15 47 : 64 37
2007/08 Bezirksliga 1. 30 21 6 3 88 : 37 69
2006/07 Bezirksliga 2. 30 21 4 5 76 : 32 67
2005/06 Bezirksliga 2. 32 22 5 5 87 : 35 71
2004/05 Kreisliga A 1. 28 17 8 3 79 : 32 59
2003/04 Kreisliga A 5. 30 14 5 11 68 : 49 47
2002/03 Kreisliga A 6. 26 11 6 9 42 : 38 39
2001/02 Kreisliga A 8. 26 10 5 11 43 : 48 35
2000/01 Kreisliga A 9. 28 10 6 12 59 : 60 36
1999/00 Kreisliga B 1. 28 20 7 1 86 : 14 67
1998/99 Kreisliga A 15. 28 3 6 19 40 : 79 15
1997/98 Kreisliga B 1. 22 19 1 2 72 : 17 58
1996/97 Kreisliga B 3. 22 13 5 4 66 : 29 44
1995/96 Kreisliga B 4. 22 11 3 8 46 : 43 36


Der vorläufige Spielplan

Heimspiele in Fettdruck
(Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten)

Hinrunde Rückrunde
1. FC Heiningen 22.08.20 06.03.21
1. FC Normannia Gmünd 29.08.20 13.03.21
TSG Hofherrnweiler-Unterrombach 02.09.20 20.03.21
FC Holzhausen 05.09.20 27.03.21
VfL Pfullingen 12.09.20 05.04.21
VfL Sindelfingen 16.09.20 01.04.21
Türkspor Neu-Ulm 19.09.20 10.04.21
SSV Ehingen-Süd 26.09.20 17.04.21
TSV Heimerdingen 03.10.20 24.04.21
VfB Friedrichshafen 10.10.20 01.05.21
FC Wangen 05 17.10.20 08.05.21
TSG Tübingen 24.10.20 13.05.21
TSV Berg 31.10.20 16.05.21
Calcio Leinfelden-Echterdingen 08.11.20 22.05.21
SKV Rutesheim 14.11.20 29.05.21
SV Fellbach 21.11.20 03.06.21
VfB Neckarrems Fußball 28.11.20 06.06.21
FSV Hollenbach 05.12.20 12.06.21
TSV Crailsheim 27.02.21 19.06.21